bedenkliche history
tabellenfrei wie immer. ;-)
im frühsommer 07 betrugen die zeiten für kommunikation über das internet im durchschnitt 37 minuten beruflich, 63 (!!!) minuten privat *) & 14 minuten irgendwie dazwischen. im gleichen zeitraum des frühsommers 08 waren es 48 minuten beruflich, 14 minuten privat & 6 minuten irgendwie dazwischen. macht summabrimborion 114 minuten vor einem jahr & 68 minuten jetzt. das ist im schnitt immer noch mehr als eine stunde contra tag!
2007 lag der verbrauch lt. bk nur bei 50 euro für briefmarken, vor zehn jahren, 1997, waren es 270 dm, also cirka 140 euro umgerechnet.
*) conny schleime meint, weit fort: warum gab sich ludwig keinen anderen namen. wollte er, daß ich ihn finde? er schrieb ihr später einmal: "wenn man ludwig & wetter & den sender googelhaft addiert, kommt man schnell drauf." eigenartig, ihr war die anonymität am wichtigsten.
sie schreiben sich in drei wochen achtzig briefe. schreiben über ihre privaten mailadressen. die post ist für diesen kraftakt, der aus dem gefühl eines schwebens hervorgeht, einfach untermotorisiert. die post wäre ein holzbein. aber immerhin kommt sie nur einmal am tag. den menschen, die über die post verkehren, gehört der tag, wenn sie durch ist. den mailern gehört manchmal nicht einmal mehr die volle stunde. sie sind süchtig. wie nach cigaretten. nach jedem zehnten atemzug schaut sie hinein, ob er schon geantwortet hat. dennoch, solange beide in der gleichen raserei ihrem gedankenaustausch nachgehen, erweist sich das netz als adäquate form. & sie hängen ihr herz in die maschen des netzes. verstricken sich in die briefe.
hach, tomatenkäse aber auch, man soll nichts mehr klauen, wenn nur noch drei kabé im café platz sind & man spätestens um dreiviertel dry lust deswegen auf sex kriegt, aber es macht just freude & es ist ja werbung für conny schleimes roman, eine besondere sogar, weil im vermutlich letzten artikel, guttue am mittag, also weiter, wie das leben:
manchmal schreibt er eine kleine mitteilung vom studio aus mit dem handy, teilt ihr mit, daß er es kaum erwarten kann, zuhause anzukommen & ihren brief zu lesen. "liebe clara, ich bin zu hause angekommen, hab mich durch den stau gewühlt, & gleich wird mein bildschirm mit Ihren worten erstrahlen. ich werde mir noch ein glas wein dazustellen, & dann folge ich meiner clara ... also, ich muß es Ihnen jetzt einmal sagen, es ist wirklich so, ich bade in Ihren briefen. ich schlürfe Ihre gedanken in mich hinein, wie eine auster. & dann möchte ich alles, was Sie schreiben, zerlegen, möchte es geordnet bekommen, mir erklären, zuordnen. ich sage es jetzt frei heraus, da Sie es sonst nie erfahren würden. ...
herr & alle guten geister
... aber ich will auch meine freude mitteilen ... mitteilen, das klingt nicht gut. es wird etwas geteilt mit Ihnen und mir. das finde ich schön, denn in allem, was Sie schreiben, finde ich etwas, und in allen ecken in Ihren gedanken liegt was, womit ich was anfangen kann, wozu mir was einfällt, wo ich weiter denken kann oder um ecken oder in mich hinein. & ich sehe, daß Sie bei mir auch weiterspinnen können ... im sinne von fäden ziehen." ...
die assoziation der be-fremd-ensplötzlichkeit, schleimfäden bei colica mucosa, ist selbstverständlich nicht auf den namen der wunderbaren autorin gemünzt.
... in ihr entsteht die vage vermutung, er könnte ein solitär sein.
was sind das nur alles für ecken und fäden, von denen er schreibt? das alles klingt so geschraubt. wie ein hürdenlauf auf winkligen pfaden. so als müsste er ihre worte in stücke schneiden, um auf die substanz einer aussage zu gelangen. & diese auster, was ist das nur? schlürft er ihre worte wie eine salzige suppe? auch dieses 'zerlegen' klingt so merkwürdig, im gegensatz zu: 'ich bade in Ihren briefen.' also, was denn nun: die auster schlürfen oder die gräte eines fischs freilegen? in der art & weise, wie er auf ihre briefe reagiert, vermutet sie ein kompliziertes wesen. dieses 'sonst nie erfahren' beunruhigt sie allerdings sehr.
ein paar tage später liest sie diesen satz noch einmal. warum nie erfahren?
im frühsommer 07 betrugen die zeiten für kommunikation über das internet im durchschnitt 37 minuten beruflich, 63 (!!!) minuten privat *) & 14 minuten irgendwie dazwischen. im gleichen zeitraum des frühsommers 08 waren es 48 minuten beruflich, 14 minuten privat & 6 minuten irgendwie dazwischen. macht summabrimborion 114 minuten vor einem jahr & 68 minuten jetzt. das ist im schnitt immer noch mehr als eine stunde contra tag!
2007 lag der verbrauch lt. bk nur bei 50 euro für briefmarken, vor zehn jahren, 1997, waren es 270 dm, also cirka 140 euro umgerechnet.
*) conny schleime meint, weit fort: warum gab sich ludwig keinen anderen namen. wollte er, daß ich ihn finde? er schrieb ihr später einmal: "wenn man ludwig & wetter & den sender googelhaft addiert, kommt man schnell drauf." eigenartig, ihr war die anonymität am wichtigsten.
sie schreiben sich in drei wochen achtzig briefe. schreiben über ihre privaten mailadressen. die post ist für diesen kraftakt, der aus dem gefühl eines schwebens hervorgeht, einfach untermotorisiert. die post wäre ein holzbein. aber immerhin kommt sie nur einmal am tag. den menschen, die über die post verkehren, gehört der tag, wenn sie durch ist. den mailern gehört manchmal nicht einmal mehr die volle stunde. sie sind süchtig. wie nach cigaretten. nach jedem zehnten atemzug schaut sie hinein, ob er schon geantwortet hat. dennoch, solange beide in der gleichen raserei ihrem gedankenaustausch nachgehen, erweist sich das netz als adäquate form. & sie hängen ihr herz in die maschen des netzes. verstricken sich in die briefe.
hach, tomatenkäse aber auch, man soll nichts mehr klauen, wenn nur noch drei kabé im café platz sind & man spätestens um dreiviertel dry lust deswegen auf sex kriegt, aber es macht just freude & es ist ja werbung für conny schleimes roman, eine besondere sogar, weil im vermutlich letzten artikel, guttue am mittag, also weiter, wie das leben:
manchmal schreibt er eine kleine mitteilung vom studio aus mit dem handy, teilt ihr mit, daß er es kaum erwarten kann, zuhause anzukommen & ihren brief zu lesen. "liebe clara, ich bin zu hause angekommen, hab mich durch den stau gewühlt, & gleich wird mein bildschirm mit Ihren worten erstrahlen. ich werde mir noch ein glas wein dazustellen, & dann folge ich meiner clara ... also, ich muß es Ihnen jetzt einmal sagen, es ist wirklich so, ich bade in Ihren briefen. ich schlürfe Ihre gedanken in mich hinein, wie eine auster. & dann möchte ich alles, was Sie schreiben, zerlegen, möchte es geordnet bekommen, mir erklären, zuordnen. ich sage es jetzt frei heraus, da Sie es sonst nie erfahren würden. ...
herr & alle guten geister
... aber ich will auch meine freude mitteilen ... mitteilen, das klingt nicht gut. es wird etwas geteilt mit Ihnen und mir. das finde ich schön, denn in allem, was Sie schreiben, finde ich etwas, und in allen ecken in Ihren gedanken liegt was, womit ich was anfangen kann, wozu mir was einfällt, wo ich weiter denken kann oder um ecken oder in mich hinein. & ich sehe, daß Sie bei mir auch weiterspinnen können ... im sinne von fäden ziehen." ...
die assoziation der be-fremd-ensplötzlichkeit, schleimfäden bei colica mucosa, ist selbstverständlich nicht auf den namen der wunderbaren autorin gemünzt.
... in ihr entsteht die vage vermutung, er könnte ein solitär sein.
was sind das nur alles für ecken und fäden, von denen er schreibt? das alles klingt so geschraubt. wie ein hürdenlauf auf winkligen pfaden. so als müsste er ihre worte in stücke schneiden, um auf die substanz einer aussage zu gelangen. & diese auster, was ist das nur? schlürft er ihre worte wie eine salzige suppe? auch dieses 'zerlegen' klingt so merkwürdig, im gegensatz zu: 'ich bade in Ihren briefen.' also, was denn nun: die auster schlürfen oder die gräte eines fischs freilegen? in der art & weise, wie er auf ihre briefe reagiert, vermutet sie ein kompliziertes wesen. dieses 'sonst nie erfahren' beunruhigt sie allerdings sehr.
ein paar tage später liest sie diesen satz noch einmal. warum nie erfahren?
Bell On A Rip - 2008/07/18 10:18