gestern erfuhr ich: aaron t. beck, der gottvater der kognitiven verhaltenstherapie, ist mitglied des advisory boards der sogenannten "false-memory-syndrom"-foundation. er saß dort neben figuren wie z. bsp. >>> ralph underwager oder dem "guten engel aller des sexuellen mißbrauchs beschuldigten", elizabeth loftus.
ich frage mich, ob ich diese tatsache tatsächlich nicht gewußt habe oder es irgendwann erfahren, trotz (oder vielleicht gerade wegen) meiner kritik an der verhaltenstherapie als völlig unmöglich oder gar unsinn abgetan & dann nie wieder darüber nachgedacht habe. aber das ist völlig egal.
keinesfalls egal ist die tatsache an sich & was sie bedeutet.
bisher war ich durchaus dankbar für zugetragene informationen, die meine kritik untermauerten, diese hingegen hätte ich am liebsten nie erhalten.
ich nehme
mir noch etwas
zeit & gehe so auf & ab auf der gasse, als ich vor einem fernsehenapparategeschäft innehalte & plötzlich aus dem lautsprecher eines anenen fernsehenapparates deutlich mit der kohlrabi in der hand die worte vernehme: boris beckers vormalige ehe- oder lebensgefährtin hätte sich offenbar einzig deshalb schwängern lassen, weil seine jetzige auch schwanger sei. um zu signalisieren, 'hey, was die neue kann, kann ich schon lange'.
das ganze in der form eines
nachrichtenbeitrags.
hey, welt.
* * *
eine mail bekommen; eine frau schreibt,
sie habe einen artikel kommentiert; ob ich es denn noch nicht gesehen hätte.
sie duzt mich in der mail!
mail trotzdem freundlich beantwortet,
"ja, hab' ich noch nicht gesehen", mich entschuldigt & versprochen, bäldigst nachzusehen.
sie schreibt zurück:
"du kriegst aber auch gar nichts von der welt mit!"
nachsehen, denke,
'halb vier, mal wieder an der zeit, etwas von der welt mitzubekommen.'
by the way, der kommentar ist nicht, oder gerade mal einen tag alt.
* * *
die frau vor der ladentheke diskutiert mit dem mann hinter der lagentheke die frage, ob boris beckers ex tatsächlich etc. etc. etc. ich suche mein automobil, finde es überraschend bald auf einem parkplatz abgestellt, lege die kohlrabi auf die rückbank, steige ein & fahre nachhause. der hase kriegt heute ein gesundes extraleckerli.
... aber den vorwurf, als künstlerin & künstler in eine talgschau gegangen zu sein,
was, und da hat bukowski mit seinem vorwurf an den von ihm nicht übermäßig geschätzten späthenrymiller recht, in aller regel ist, als schlücke mensch, um das böse k-wort zu vermeiden, das schlechte von sich, das nicht nahrung sein könnende, das mensch über sich gegeben hat,
kann ich den von mir sehr geschätzten margarita broich & martin wuttke nicht ersparen, es sei denn, die beiden süßen waren auf die 500 euro angewiesen zuzüglich anreisekosten, und auch, wenn ihnen klar sein dürfte, daß es, nach dem schreckenserlebnis mit amelie fried, ihre erste & letzte talgschau gewesen ist.
es gibt kaum noch unabhängige, nichtinteressegeleitete journalistinnen & journalisten. das ist ein weiteres thema.
going to a talkshow is like twittering the whole day long, the sickest thing of all sick things. stellen Sie sich vor, Sie kommen nach hause, haben all den mist da draußen erlebt, und dann setzen Sie sich hin und versuchen, ein paar sätze hinzubiegen, mit denen Sie sich entgiften müssen, und es gelingt Ihnen, das gift zu entäußern und in papierfasern einzuschließen, damit es sich dort verwandeln kann in ein paar vitaminperlen, die Sie mit den augen wieder aufnehmen, die Sie wieder klarblicken lassen könnten, und stattdessen werfen Sie sich in eine talgschau der belanglosigkeiten und verkleben sich Ihre augen.
so ähnlich auch, wie ich eine menge leute gesehen habe, die einmal schreiben konnten und schriftsteller waren, bis sie twitter für sich entdeckten und sich (etwas davon) versprachen; ich meine von ihnen diejenigen, die kaum noch rauskommen aus ihren vierwänden und aus sich, weil der talg, nun in den augen, nicht mehr den gelenken des körpers und schließlich des geistes zur verfügung steht und die nur noch ihre, follower genannten jünger fragen, wie ihnen diejenigen gedichte gefallen, die sie nur noch schreiben können, wenn ein menschlicher toilettengang die zeit dafür rausschindet zwischen zig eight-to-five-to-mitternacht-belanglosigkeiten unter zwischenmenschen, und nicht die frage an sich, die mensch ruhig schon mal stellen darf, sondern das wissenwollen, wie EUCH mein gedicht gefallen hat, ist die entdichtung, man ist erledigt und liegt im talg des schauens derjenigen, die das schon längst nicht mehr
können, schade, sehr schade.
einst stand ich
unter einem apfelbaum
der seine früchte
nicht trieb
ich gedachte meiner
zweiten liebe
als zu regnen
es begann
plötzlich in mir
spürte ich sie
die verlornheit
des glücks
von einst
und doch: ging' morgen
die welt unter, würd' ich ...
okay, okay, okay,
... heute noch,
finge es zu pissen an,
meinen knirps aufspann'n.
jetzt noch ein schönes avaltärchen, auf dem ein adrett-nettes lächeln der tatsache der dem alter trotzenden straaahlkraft geopfert würde,
maaaaahlzeit!
daß die pharmaindustrieunterstützte stütze der gesellschaft, amelie fried
("sind die deutschen humorvoll?"; oder, martin wuttke ab- und magarita broich zugewandt: "frauen sind mutiger als männer, antworten Sie daher zuerst!"; oder "frau broich, ich möchte jetzt wahnsinnig gern ein paar ihrer wirklich wahnsinnig schönen photos ansehen, auf den zu sehen ist, äh, moment, was ist denn darauf zu sehen? augenblick, ich hab es mir doch ganz genau aufgeschrieben."),
sozusagen nachfolgerin wird von elke heidenreich & marcel reich-ranicki, zeigt das ganze elend, die verkommenheit der kapitalismusstabilisierenden öffentlichen meinungsbildung in seiner ekelerregendsten form.
rotwein zum tv-abend? das war einmal vor langzeit.
das pharmaprodukt paspertintropfen ist angesagt mit einem löffelchen daneben, damit's den eimer nicht braucht. besser ist der ausstieg: aus dem tv-konsum, aus der wohnung,
und hinein
in die überwanderung der niederungen bürgerlicher beschränktheit, nicht im smoking, sondern in der übenden praktikerInnentracht des lebens nach eigenem gusto,
z. bsp. in's selbst- oder in dieses >>> theater oder ein anderes; denn, wenn ich claus peymann zitieren darf, "die frechheit des theaters besteht darin, unerreichbares zu wagen, ohne gezwungen zu sein, es zu verwirklichen."
die aufstrebende studentin der kommunikationswissenschaften, sarah b. aus k., schreibt ihre baccalaureusarbeit & bittet um reichliche teilnahme an ihrer repräsentativen umfrage zum thema kinofilmmarketing.
wer die nachwuchswissenschaftlerin, und damit auch die immer wichtiger werdenden medien- und kommunikationswissenschaften unterstützen möchte, klicke bitte
... wie es zunächst scheinen mag, ausnahmsweise so gar nichts mit übertriebenen kontaminierungsängsten zu tun hat, und damit das lachen darüber bei der gepflegten leserInnenschaft am besten jetzt gleich und nicht erst beim transport mit dem rettungsdienst auf die isolierstation beendet wird:
>>> wichtige infos zu den ursachen von norovirus-infektionen
bleiben Sie bitte gesund!
mit freundlichen grüßen
die niagarafälle von zimmer 413
und, ps, liebe mitbürgerinnen & mitbürger, brecht bitte mit, nein, entschuldigung, für polaroide, sofort das bild vor augen habende hypochonderInnen: ich gedachte gerade dem berchtolde, also, macht bitte eeendlich der deutschen unsitte des ewigen händeschüttelns den garaus! zeigt Euch Eure schönen händchen doch statt sie zu geben, augen freuen sich mehr als gedrückte hände. und singt Euch doch eins, hommagen an paris, zur begrüßung!
... die nicht immer gleich zu viel bittere arzenei schlucken wollen und einen evtl. verbleibenden kleinen teil des schmerzes selbst zu tragen bereit sind:
325 bis 650 mg gutes (nicht zu preiswertes) paracetamol mit einer tasse espresso hinunterspülen.
vorteil: das coffein sorgt für eine deutliche verstärkung der schmerzstillenden wirkung des paracetamols, sodaß man von letzterem weniger braucht und die nierchen schont.