feindbild mensch & wissenschaft
wir wissen nicht, ob am ende der auseinandersetzung um ein humanistisches menschenbild der mensch, wie wir ihn heute kennen, noch existieren wird: kreativ und widersprüchlich, lernfähig, fähig zu reflexion, selbstbestimmung und emanzipation, neugierig und feige, solidarisch und egoistisch, unterwürfig und freiheitsliebend. Die fronten in dieser außerordentlich politischen auseinandersetzung um das, was der mensch ist und was er künftig sein soll, scheinen verworren. weder bündnispartnerInnen noch gegnerInnen verhalten sich, wie wir es von ihnen erwarten könnten.
der mensch ist ein "ensemble der sozialen verhältnisse" (karl marx), in denen er aufwächst, lebt, arbeitet, liebt, streitet und kämpft. die gegensätzliche vorstellung finden wir nicht nur in der traditionellen und herrschenden auffassung der medizin und der biologie. das feindbild "mensch", die gewaltsame biologistische beschränkung des menschen auf geschlecht, angebliche rassen, auf "begabungen" und "anlagen" streut heute in alle bereiche der gesellschaft. lose, oberflächliche gedankenfacetten verbinden sich zu geschlossenen biologistischen konzepten. gedankenschrott und bewußtseinsgifte wie die der esoterik nähren menschenfeindliche, politische und wirtschaftliche interessen. und die organisieren sich erschreckend systematisch.
in "deutschland", wie die brd plötzlich hemmungslos genannt wird, wurde der faschismus nie aufgearbeitet, weder von den herrschenden in kapital und politik noch von den "kleineren" täterInnen und mitläuferInnen. wichtige akteure überlebten das ende des nationalsozialismus und beteiligten sich nach 1945 an der "gestaltung" von nachkriegsdeutschland. sie bestimmten die strukturen, die ausbildungsinhalte und das bewußtsein in wirtschaft, politik, justiz, kultur, bildung und medizin. in den wissenschaften, von der medizin bis zu den sozialwissenschaften, hat, von den emanzipationsbewegungen der sechziger bis achtziger jahre zeitweise an den rand gekämpft, ein menschenbild überlebt, das jedem und jeder einen festen platz in der gesellschaft zuweist. wer oben ist, soll oben bleiben, wer unten ist, unten. autoritäre gesellschaften und herrschaftsverhältnisse werden aus "biologischer" ordnung abgeleitet. ausbeutung, erniedrigung und perspektivlosigkeit erfahren ihre "natürliche" begründung.
ob biologie oder kosmisches schicksal: gentechnokratInnen, ökofaschistInnen und anhängerinnen des new age gehen hand in hand in die ökodiktatur. wir werden feststellen, daß wir mitten im prozeß der enthumanisierung der ökologie stehen & daß sie uns in vielfacher gestalt als kampfbegriff gegenübertritt.
die außerparlamentarische opposition, linke und emanzipatorische initiativen, die studentInnen- und die lehrlingsopposition, die anti-akw- und die frauenbewegung, antimilitaristische und internationalistische bewegungen haben seit 1968, vielleicht 15 oder 20 jahre lang, den üblen geruch nicht nur "unter talaren" wegfegen können. vertreterInnen von staat, kapital, kirche und etliche besitzer der veröffentlichten meinung treten seit vielen jahren mit guter hoffnung an, die erfolge dieser begrenzten gesellschaftlichen emanzipation auszuradieren. haben sie erfolg, wird dieses land noch schwerer erträglich, als es sowieso schon ist. es gäbe dann kaum noch widerstand gegen die eroberungsfeldzüge gegen menschen und natur.
mit einigen managern läßt sich derzeit unverkrampfter als mit manchen ehemaligen linken darüber diskutieren, daß wir im kapitalismus leben und daß es der zentrale antrieb des kapitals ist, sich menschliche arbeitskraft und natur möglichst billig anzueignen, um die günstigsten verwertungsbedingungen zu schaffen. wer inzwischen von den verhältnissen profitiert und deshalb keine anderen (mehr) will, leugnet grunderkenntnis. solche leute erkennen wir gelegentlich daran, daß sie viel von "ökologischer und sozialer marktwirtschaft" schwätzen und zusammenzucken, wenn eine/r statt dessen von "kapitalismus" spricht oder "profit" sagt statt "gewinn". politische erkenntnis und gesellschaftlicher erfolg stehen in keinem unmittelbaren zusammenhang.
wir sollten versuchen, schlechte politische zeiten wenigstens ohne verblödeten kopf zu überstehen.
einer der erfolge der linken war es, daß menschen lernten: wissenschaft und technologie sind nicht wertfrei, sondern interessengeleitet, was bedeutet, daß es in der forschung viele weichen gibt, an denen sich der weitere Weg entscheidet. forschungsziele und erkenntnisinteressen richten sich nach den spezifischen kapitalverwertungsinteressen der jeweiligen fraktion, die auf die wissenschaftliche arbeit einfluß nimmt. ... für die atomenergie und gen- und reproduktionstechnologie wie für die wissenschaft insgesamt gilt:
überprüfe, wer woran arbeitet, wer forschung, wissenschaftlerin und wissenschaftler bezahlt und aus welchem ökonomischen oder politischen interesse. dann weißt Du, was herauskommen soll, welchem zweck es dient, welche zusammenhänge, sozialen interessen und welcher teil der realität vernachlässigt und geleugnet wird, welche alternativen wissenschaftlichen und technologischen entwicklungen zerschlagen werden und welche politische entwicklung uns droht.
>>> ökologische linke
der mensch ist ein "ensemble der sozialen verhältnisse" (karl marx), in denen er aufwächst, lebt, arbeitet, liebt, streitet und kämpft. die gegensätzliche vorstellung finden wir nicht nur in der traditionellen und herrschenden auffassung der medizin und der biologie. das feindbild "mensch", die gewaltsame biologistische beschränkung des menschen auf geschlecht, angebliche rassen, auf "begabungen" und "anlagen" streut heute in alle bereiche der gesellschaft. lose, oberflächliche gedankenfacetten verbinden sich zu geschlossenen biologistischen konzepten. gedankenschrott und bewußtseinsgifte wie die der esoterik nähren menschenfeindliche, politische und wirtschaftliche interessen. und die organisieren sich erschreckend systematisch.
in "deutschland", wie die brd plötzlich hemmungslos genannt wird, wurde der faschismus nie aufgearbeitet, weder von den herrschenden in kapital und politik noch von den "kleineren" täterInnen und mitläuferInnen. wichtige akteure überlebten das ende des nationalsozialismus und beteiligten sich nach 1945 an der "gestaltung" von nachkriegsdeutschland. sie bestimmten die strukturen, die ausbildungsinhalte und das bewußtsein in wirtschaft, politik, justiz, kultur, bildung und medizin. in den wissenschaften, von der medizin bis zu den sozialwissenschaften, hat, von den emanzipationsbewegungen der sechziger bis achtziger jahre zeitweise an den rand gekämpft, ein menschenbild überlebt, das jedem und jeder einen festen platz in der gesellschaft zuweist. wer oben ist, soll oben bleiben, wer unten ist, unten. autoritäre gesellschaften und herrschaftsverhältnisse werden aus "biologischer" ordnung abgeleitet. ausbeutung, erniedrigung und perspektivlosigkeit erfahren ihre "natürliche" begründung.
ob biologie oder kosmisches schicksal: gentechnokratInnen, ökofaschistInnen und anhängerinnen des new age gehen hand in hand in die ökodiktatur. wir werden feststellen, daß wir mitten im prozeß der enthumanisierung der ökologie stehen & daß sie uns in vielfacher gestalt als kampfbegriff gegenübertritt.
die außerparlamentarische opposition, linke und emanzipatorische initiativen, die studentInnen- und die lehrlingsopposition, die anti-akw- und die frauenbewegung, antimilitaristische und internationalistische bewegungen haben seit 1968, vielleicht 15 oder 20 jahre lang, den üblen geruch nicht nur "unter talaren" wegfegen können. vertreterInnen von staat, kapital, kirche und etliche besitzer der veröffentlichten meinung treten seit vielen jahren mit guter hoffnung an, die erfolge dieser begrenzten gesellschaftlichen emanzipation auszuradieren. haben sie erfolg, wird dieses land noch schwerer erträglich, als es sowieso schon ist. es gäbe dann kaum noch widerstand gegen die eroberungsfeldzüge gegen menschen und natur.
mit einigen managern läßt sich derzeit unverkrampfter als mit manchen ehemaligen linken darüber diskutieren, daß wir im kapitalismus leben und daß es der zentrale antrieb des kapitals ist, sich menschliche arbeitskraft und natur möglichst billig anzueignen, um die günstigsten verwertungsbedingungen zu schaffen. wer inzwischen von den verhältnissen profitiert und deshalb keine anderen (mehr) will, leugnet grunderkenntnis. solche leute erkennen wir gelegentlich daran, daß sie viel von "ökologischer und sozialer marktwirtschaft" schwätzen und zusammenzucken, wenn eine/r statt dessen von "kapitalismus" spricht oder "profit" sagt statt "gewinn". politische erkenntnis und gesellschaftlicher erfolg stehen in keinem unmittelbaren zusammenhang.
wir sollten versuchen, schlechte politische zeiten wenigstens ohne verblödeten kopf zu überstehen.
einer der erfolge der linken war es, daß menschen lernten: wissenschaft und technologie sind nicht wertfrei, sondern interessengeleitet, was bedeutet, daß es in der forschung viele weichen gibt, an denen sich der weitere Weg entscheidet. forschungsziele und erkenntnisinteressen richten sich nach den spezifischen kapitalverwertungsinteressen der jeweiligen fraktion, die auf die wissenschaftliche arbeit einfluß nimmt. ... für die atomenergie und gen- und reproduktionstechnologie wie für die wissenschaft insgesamt gilt:
überprüfe, wer woran arbeitet, wer forschung, wissenschaftlerin und wissenschaftler bezahlt und aus welchem ökonomischen oder politischen interesse. dann weißt Du, was herauskommen soll, welchem zweck es dient, welche zusammenhänge, sozialen interessen und welcher teil der realität vernachlässigt und geleugnet wird, welche alternativen wissenschaftlichen und technologischen entwicklungen zerschlagen werden und welche politische entwicklung uns droht.
>>> ökologische linke
Bell On A Rip - 2005/01/16 05:54
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